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Praxishandbuch digitale Betriebsprüfung

Im Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart ist das "Praxishandbuch digitale Betriebsprüfung" von Michael Goldshteyn und Stefan Thelen  zu den "Anforderungen der neuen GoBD an Buchführung, Datenspeicherung und Datenzugriff" erschienen.

Dieser wohl erste Kommentar zum Bereich GoBD wird eingeleitet mit einem Zitat aus dem Werk von Hofbauer/Kupsch (WP/StB Max Hofbauer war einer der profiliertesten Wirtschaftsprüfer in den 1970ger Jahren): "Die Führung von Büchern und Aufzeichnungen dient keinem Selbstzweck, sondern der Erfüllung außersteuerlicher und steuerlicher Anforderungen."

Goldshteyn/Thelen ist es gelungen, den Komplex GoBD in prägnanter Form aufzuarbeiten. Das Werk ist im Mai 2016 erschienen. Die bis dahin erschienenen Schreiben der Finanzverwaltung, die Rechtsprechung des BFH und auch der in diesem Bereich wichtigen Urteile der Finanzgerichte sind berücksichtigt. So zum Beispiel das nicht veröffentlichte Urteil des FG Köln vom 14.01.1998 zur Ausübung des Ermessens durch die Finanzbehörden.

Goldshteyn/Thelen setzen sich in ihrem Werk ausführlich und durchaus kritisch mi den GoBD auseinander. Es setzt Zeichen, nicht nur weil es als erster Kommentar in diesem Zusammenhang erschienen ist. Allerdings ist es nicht auszuschließen, dass die Praxis nicht in allen Punkten mit den Autoren einig gehen wird, so zum Beispiel bei der hervorragend recherchierten, begründeten und mit zahlreichen Nachweisen belegten Darstellung der Bargeschäfte (Seite 73). 

Goldshteyn/Thelen befassen sich in Kapitel 8 ihres Werkes sehr ausführlich und fundiert mit Fragen zum Internen Kontrollsystem. Das erlangt zusätzliche Bedeutung durch den Anwendungserlass vom 23.05.2016 zu § 153 AO, der wegen des Erscheinungstermins nicht berücksichtigt werden konnte. Dort schreibt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) dass es bei der Beurteilung, ob Vorsatz vorliegt, zu berücksichtigen ist, ob ein Innerbetriebliches Kontrollsystem vorliegt. Die Autoren bieten mit ihren Hinweisen zum internen Kontrollsystem allen, die sich hiermit beschäftigen müssen, hervorragende Hilfe.

Wer glaubte, die GoBD nicht beachten zu müssen oder sich wegducken zu können, wird durch dieses Werk eines Besseren belehrt. Und das ist nicht zu früh, denn es ist schon davon auszugehen, dass die Finanzverwaltung ein Ignorieren der GoBD durch Unternehmer und Berater nicht vorgesehen hat. Ähnlich äußern sich Goldshteyn/Tehlen in dem Vorwort ihres Buches: "Um keine Sanktionen im Rahmen einer steuerliche Außenprüfung befürchten zu müssen, empfiehlt es sich, die Vorgaben der Finanzverwaltung zu befolgen". Wie die Autoren sich das vorstellen, ergibt sich aus dem letzten Satz des Vorworts: "Die folgenden Ausführungen stellen eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten der GoBD dar und sollen als Orientierungshilfe bei der Planung und Konzeption der erforderlichen Maßnahmen sowie als Nachschlagewerk dienen."

Das Buch kann allen, die sich mit Fragen der GoBD beschäftigen, sehr empfohlen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft von Steuerkanzleien im COLLEGA e.V., die derzeit Mustervorlagen für Verfahrensdokumentationen in Kanzleien und bei Mandanten erstellt, liegt grundsätzlich auf der gleichen Linie und wird daher von Goldshteyn/Thelen sicher viele Anregungen aufnehmen können.

COLLEGA-Wochen-Ticker 38/2016
19.09.2016

Kanzleiverwaltung für Steuerberater

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Günter Hässel
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